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Jenseits der Realität

Eigentlich sollte ich mir endlich einen Baseballschläger zulegen, einfach nur um die Idiotenkiste, die bei mir zu Hause am laufenden Band bunte Bilder produziert, endgültig ins Nirvana zu schicken. Nur leider weiß ich jetzt schon: daraus wird sowieso nichts. Irgendwie schaffe ich es nicht, mich der Faszination dümmlicher Gerichtsshows und bemerkenswert einseitiger Nachrichtenberichterstattung zu entziehen. Mit keinem anderen Medium kann man die Massen so erfolgreich Manipulieren, wie mit dem Fernsehen. Das fängt bei Kleinigkeiten wie Schleichwerbung, oder dem netten Fernsehkomissar, der zufälligerweise den Markennamen des Schokoriegels, den er gerade isst, direkt in die Kamera hält, an, und weitet sich aus bis zu kollektiver Meinungsmache durch Polit-Propaganda und einschlägige Klatschmagazine. Natürlich gibt es auch im Fernsehen Lichtblicke, die sich aus der klebrigen Einheitsmasse hervortun, doch diese sind schwer auszumachen, zwischen kitschigen Telenovelas und heuchlerischen Castingshows. Nur leider sind es eben diese Sendungen, mit denen sich der große Reibach machen lässt. Jeder halbwegs vernunftbegabten Menschen sollte sich da die Frage stellen: ist unsere Gesellschaft wirklich so anspruchslos geworden, dass ihnen sogar übelster TV-Trash wie "Das Dschungelcamp" oder "Die Burg" noch nicht zu peinlich ist? Und letztendlich erwischt man sich dann selbst immer wieder, wie man in eben jene geistige Ejakulationen reinzappt. Zumindest geht mir das so. Möglicherweise ist dies auch selbst die Faszination hinter der Flimmerkiste: wiederlich, aber irgendwie doch wieder unfassbar schön. Und Möglicherweise wäre die Welt auch um einiges besser, wenn wir das Fernsehen nicht so ernst, sondern als das nehmen würden, was es ist: etwas das die Leute unterhalte soll; who's to know? Mir persönlich jedennfalls macht sogar die drittklassige Parodie der Schauspielerin einer Jugendrichterin auf RTL noch Spaß, eben weil ich weiß das man sie nicht zu ernst nehmen darf. Gefährlich ist nur wenn die Leute sich vom Fernsehen zu sehr einnehmen lassen, und anfangen falschen Idolen hinterher zu laufen, was z.B. dank des Super-Duper-Quietschig-Ober-Bunten "Musiksenders" MTV bei Jugendlichen nicht unüblich ist.

So jetzt hab ich meine nichtvorhandene Leserschaft aber genug in Anspruch genommen. Als Fazit bleibt noch zu sagen: Fernsehen ist nicht völlig schlecht, man muss es nur richtig dosieren.

mfg   

15.11.06 21:58
 


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